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Australien – South Australia: Wallaroo – Lucky Bay über den Spencer Gulf (aktuell eingestellt) Verified - Hosted By Administrator
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Die Fährverbindung Wallaroo – Lucky Bay über den Spencer Gulf (eingestellt)
Der Spencer-Golf oder Spencer Gulf ist der westliche von zwei großen Meeresarmen, die in die Südküste von Australien im Bundesstaat South Australia hineinreichen. Beide liegen an der Großen Australischen Bucht. Der Golf ist 322 km lang und an der Mündung 129 km breit. Die Westküste des Golfes wird von der Eyre-Halbinsel, die Ostseite von der Yorke-Halbinsel gebildet. Letztere trennt ihn von dem kleineren Saint-Vincent-Golf. Die größten Städte am Golf sind Whyalla, Port Pirie und Port Augusta.
Der Golf wurde von seinem Entdecker Matthew Flinders 1802 zu Ehren von George Spencer, 2. Earl Spencer, einem Vorfahren von Diana von Wales, Spencer’s Gulph genannt. Heute ist die Bezeichnung „Spencer Gulf“ üblich. Das Land um den Golf wurde erstmals in den Jahren 1839 und 1840–41 durch Edward John Eyre für die Europäer erforscht. Die Besiedelung der Küsten begann bereits in den späten 1840er Jahren.
Die Reederei Spencer Gulf Searoad quert den Spencer Gulf ganzjährig und verbindet die Hafenstadt Wallaroo am Ostufer mit Lucky Bay an der Westküste. Wallaroo liegt 160 km nordwestlich von Adelaide. Für Touristen, die den Eyre Highway aus /nach Perth befahren wollen, ist diese Fähre eine spannende Alternative zum Umweg über Port Augusta. Die Fähre “Augusta V” legt ganzjährig werktags um 9:30 Uhr, samstags um 9:00 Uhr und am Sonntag und 12:00 Uhr in Wallaroo ab. Die Rückfahrt ab Lucky Bay beginnt Montag bis Samstag um 12:00 Uhr, am Sonntag um 14:30 Uhr. Die “Aurora V” benötigt für die 60 Kilometer lange Überfahrt etwas über 2 Stunden.
Im November 2025 gab die Spencer Gulf Searoad offiziell die vorübergehende Einstellung des Fährbetriebs bekannt. Als Begündung wurden bürokratische und finanzielle Hürden (die “unfairen VTS-Gebühren” von Hafenbetreibern sowie hohe regulatorische Hürden und Kosten für notwendige Baggerarbeiten an den Anlegestellen genannt, die den Betrieb unwirtschaftlich machten. Die “Aurora V” wurde verkauft und befindet sich seit Juli 2025 für eine Generalüberholung in einer Werft in Yamba (New South Wales). Ursprünglich sollte das Schiff nach Samoa verkauft werden. Die dortige Regierung stoppte den Kauf jedoch Anfang 2026 aufgrund von Sicherheitsbedenken und politischen Kontroversen. Die Reederei Spencer Gulf Searoad versuchte, ein Interimsschiff zu chartern. Alle geprüften Optionen wurden jedoch als ungeeignet, zu alt oder nicht konform mit den strengen Sicherheits- und Umweltstandards von 2025 abgelehnt. Die Reederei plant langfristig den Einsatz einer neuen, hochmodernen Elektro-Fähre. Die Entwürfe hierfür liegen bereits zur Genehmigung vor, ein genauer Termin für die Wiederaufnahme des Dienstes steht jedoch noch nicht fest.

Die Katamaran-Schnellfähre “Aurora V” (IMO 9589774, MMSI 572341220, Rufzeichen T2NO5 –
, official number 859714) wurde 2011 auf der Werft Nanindah Mutiara Shipyard in Batam, Indonesia gebaut. 2021 wurde sie grundlegend renoviert und erhielt zwei neue Cummins C18-Dieselmotoren. Die “Aurora V” fällt durch ihr sehr individuelles Design auf – auf der Steuerbordseite befinden sich die Passagiereinrichtungen und das Bord-Cafe, während auf der Backbordseite ein zusätzliches, einspuriges Fahrzeugdeck eingebaut wurde. 2015 war die “Aurora V” in La Guaira, Venezuela im Einsatz.
Sie ist 56,64 Meter lang, 12 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,0 Meter. Das Schiff ist mit 878 BRZ vermessen und hat eine Tragfähigkeit von 280 Tonnen. Die Transportkapazität beträgt 80 PKW. Die “Aurora V” ist für 300 Passagiere zugelassen, denen zwei Aufenthaltsräume, ein Café und ein Sonnendeck zur Verfügung stehen.
Photo with kind permission of John T Jennings from Adelaide – thank you ♥

Foto mit freundlicher Genehmigung von John T Jennings aus Adelaide – herzlichen Dank ♥

An Deck der “Aurora V” – Foto: denisbin via flickr, CC BY-ND 2.0 Attribution-NoDerivs 2.0 Generic


