Brandenburg – Havel: Museumsfähre Fürstenberg Verified - Hosted By Administrator
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Das technische Denkmal Eisenbahnfähre Fürstenberg /Havel

Blick auf die ehemalige Eisenbahnfähre in Fürstenberg im Jahr 2009. Zu sehen ist die eigentliche Fähre und der südliche Anleger von Norden aus. Foto: Clemensfranz, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
Die Eisenbahnfähre Fürstenberg verkehrte von 1934 bis 1993 über die Havel und ide heutig Obere Havel-Wasserstraße, etwa 400 Meter südöstlich der Mündung der Havel in den Schwedtsee. Offiziell gebaut werden sollte die Fähre für die Faserstoff GmbH in Fürstenberg/Havel. Diese Firma war jedoch 1926 in Konkurs gegangen und wurde 1929 vom Heereswaffenamt erworben. Der Name Faserstoff GmbH wurde beibehalten, um die laut Versailler Vertrag verbotene Lagerung und Produktion von Waffen in den ehemaligen Hallen der Faserstoff GmbH zu verbergen (Montan-Schema). 1934 begann dann die Produktion von Geschosshülsen, hauptsächlich für die 8,8-cm-FlaK 18/36/37 der deutschen Wehrmacht. Diese Geschosshülsen mussten dann in die Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz bei Neustrelitz gebracht werden. Dazu wurde die Eisenbahnfähre benötigt, da gegen den Bau einer Brücke vom Wasserbauamt Einspruch erhoben wurde. Die Gleisanlage der Fähre wurde 1936 mit Anschluss an die Strecke Britz–Fürstenberg fertiggestellt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden mit der Eisenbahnfähre zeitweilig auch Häftlinge des KZ Ravensbrück zu den Munitionsfabriken transportiert. Ab 1945 benutzte die Rote Armee die Fähre zum Transport von Militärgütern und Brennstoffen. Die Faserstoff-Werke waren in der SBZ und der DDR eine Reparaturstelle für Panzer und Lkw. Der Betrieb der Fähre lag in der Verantwortung des Sägewerks Fürstenberg, das mit der Fähre hauptsächlich Schnittholz transportierte und im Auftrag der Reichsbahndirektion Greifswald die sowjetische Seite zu bedienen hatte.
Seit 1993 steht die Fähre unter Denkmalschutz. 2013 wurde die Fähre aus dem Wasser gehoben und mit einer Korrosionsschutzschicht versehen. Inzwischen rostet der Schiffskörper weiter. Eine schwimmfähige Aufarbeitung ist laut Märkischer Onlinezeitung nicht vorgesehen.

Die Eisenbahnfähre Fürstenberg wurde 1934 auf der Schichau-Werft im ostpreußischen Elbing in Pontonform gebaut. Die Länge beträgt 34,18 Meter und die Breite 5,18 Meter. Die Tragfähigkeit der Fähre soll 170 Tonnen betragen haben, dabei stieg der Tiefgang von 0,70 Meter auf 1,30 Meter. Der Höhenunterschied wurde durch die Landungsbrücken ausgeglichen, die an Scharnieren gelagert sind. Die Fähre hatte einen Dieselmotor mit etwa 30 PS. Foto: wikimapia open resource, Texte: teilweise Wikipedia

