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Finnland – FinFerries: Vartsalan lossi Kustavi–Vartsala Verified - Hosted By Administrator
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Die Fährverbindung Kustavi – Vartsala über den Vartsalansalmi
Die Fährverbindung über den Vartsalansalmi (Vartsalasund) gehört zu den stark frequentierten Fähren im südwestfinnischen Schärenmeer. Die Fähre liegt an der Regionalstraße 192 bei Kustavi (schwedisch Gustavs), die von Turku nach Vuosnainen führt, ca. 68 km nordwestlich von Turku. Von Vuosnainen aus besteht eine Anschlussverbindung mit der Fähre “Ådan” nach Brändö auf den Åland-Inseln. Daher nutzen viele Reisende die L-317 als ersten Teil ihrer Route in den Åland-Archipel. Im Jahr 2023 wurde deshalb die Doppelendfähre L-317 in Dienst gestellt, um die Kapazität auf dieser Route zu erhöhen. Sie kann bis zu 52 Pkw gleichzeitig befördern (zuvor waren es deutlich weniger). Trotz der hohen Kapazität kann es vor allem an Sommerwochenenden und zur Ferienzeit zu Staus und Wartezeiten kommen. Um dem Aufkommen gerecht zu werden, fährt die Fähre tagsüber sehr häufig (etwa alle 20–30 Minuten) und nachts bei Bedarf (auf Bestellung). Die Überfahrt über den hier rund 960 Meter breiten Vartsalasund dauert etwa 8 Minuten.

Die Seilfähre L-317 (MMSI 230174460, Rufzeichen OHA4058 –
) wurde im Juni 2021 unter der Baunummer P-137 auf der Werft Crist S.A. im polnischen Gdynia auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte am 21. Oktober 2022, die Ablieferung an FinFerries am 20. Januar 2023. Die L-317 wurde im Februar 2023 zuerst auf der Route Nauvo–Korppoo (Nagu–Korpo) in Dienst gestellt. Sie ersetzte dort die kleinere Fähre “Prostvik 1”.Am 6. Juni 2024 wechselte die “L-317” nach Kustavi auf die Vartsala-Route. Im Gegenzug wurde die Kabelfähre “L-198”, die zuvor in Vartsala verkehrte und zu einer Batterie-Hybrid-Fähre umgebaut worden war, auf die Route Nauvo–Korppoo verlegt.
Die “L-317” ist 70,2 Meter lang, 13,9 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,4 Meter. Sie kann 52 PKW und bis zu 200 Passagiere befördern. Sie ist nur mit einer Person bemannt.
Die Fähre wird im Normalbetrieb rein elektrisch angetrieben. Zum Einsatz kommt das BlueDrive PlusC-System von Siemens. Dies ist eine speziell für Schiffe entwickelte Antriebslösung, die eine variable Drehzahlregelung der Propeller ermöglicht und so den Energieverbrauch optimiert. Siemens lieferte das komplette System für das Energiemanagement, das den Stromfluss zwischen den von Corvus gelieferten Batteriepaketen mit einer Kapazität von rund 1,2 MWh, den Motoren und dem Bordnetz steuert. Auch die Technologie für die automatisierte Schnellladung am Kai (inklusive der WiFi-Kommunikation zwischen Schiff und Landstation) basiert auf Siemens-Technik. Das System umfasst zudem die Alarm- und Überwachungssoftware (EcoMain), die einen Fernzugriff auf die Betriebsdaten des Schiffes ermöglicht. Die Gesamtleistung der beiden elektrische Antriebseinheiten liegt bei ca. 2 x 950 kW (insgesamt also etwa 1.900 kW), die auf zwei Schottel Ruderpropeller wirken. Für Extremsituationen, wie etwa sehr dicke Eisschichten im Winter oder bei Ausfall der Landstromversorgung, verfügt das Schiff über drei Diesel-Aggregate mit einer Leistung von jeweils ca. 400 kWe. Im “Green Mode” (Normalbetrieb) bleiben diese Generatoren komplett ausgeschaltet, sodass die Überfahrt zu 100 % elektrisch erfolgt.
Das Foto zeigt die “L-317” vor ihrer Ablieferung auf der Bauwerft Crist in Gdynia. Foto: Pressemitteilung der Werft Crist vom 26. Oktober 2022

Die Seilfähre L-317 war die erste Seilfähre und nach der “Altera” die zweite FinFerries-Fähre, die das neue, modernisierte Farbschema von Finferries (weiß mit dunkelblauen Akzenten und dem geschwungenen Logo) erhielt. Grafik: FinFerries



