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Hamburg: die ehemalige HADAG-Fähre “Wohldorf” Verified - Hosted By

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Die Veranstaltungs-Location  “Wohldorf” an der Süderelbe

 

 

 

Wer im Zuge der A1 die Elbe Richtung Süden überquert, kann von der Süderelbbrücke einen kurzen Blick auf die ehemalige HADAG-Fähre „Wohldorf“ werfen. Seit 2024 liegt die „Wohldorf“ 600 Meter stromab der Autobahnbrücke fest vertäut als Party- und Eventlocation. Bei der „Wohldorf“ handelt sich um eine Hafenfähre der „Typ III-Serie“ (auch „600er“ genannt), die mit einer Passagierkapazität von bis zu 607 Passagieren die größten Fährschiffe der HADAG-Flotte waren. Die „Wohldorf“ lief am 17.02.1959 unter der Baunummer 10 bei der Hanseatischen Werft in Hamburg-Harburg (der ehemaligen Renck-Werft) vom Stapel und wurde am 30.April 1959 von der HADAG in Dienst gestellt. Sie verkehrte bis 1982 unter der HADAG-Flagge, vorrangig auf den Verbindungen nach Finkenwerder und Kattwyk. Im Dezember 1982 wird das Schiff an einen griechischen Reeder verkauft und in „Gabrischa“ umbenannt. Aufgrund eines schweren Maschinenschadens (festgefahrener Motor) wird das Schiff aber nie übergeben und wurde fahruntüchtig in Harburg aufgelegt. 1989 wird das Schiff im Schlepp nach Büsum verholt und dort als „Wappen von Büsum“ als schwimmendes Restaurant betrieben. Nach fast zwei Jahrzehnten verlässt sie Büsum im Streit und wird am 13. April 2008 vom Schlepper „Elsfleth“ nach Wilhelmshaven geschleppt. In der Folgezeit wird das Schiff von der IEHF (Interessengemeinschaft zur Erhaltung historischer Fahrzeuge e.V.) zum Vereins und Büroschiff umgebaut. Dort erhält sie auch wieder ihren Originalnamen “Wohldorf”  zurück. Im Mai 2016 kauft der Hamburger Unternehmer Ulrich Ritter das mittlerweile stark renovierungsbedürftige Schiff und lässt es vom Schlepper „Twister“ der Lührs Schifffahrt nach Finkenwerder verholen.

Nach einer aufwendigen Kernsanierung und dem Umbau zu einem modernen schwimmenden Büro wird die „Wohldorf“ am 13. Mai 2017 im Sandtorhafen in der Hamburger HafenCity stationiert – direkt im Blickfeld der Elbphilharmonie. Dort verblieb sie etwas mehr als sieben Jahre lang als schwimmendes Büro- und Eventschiff, bis das nach wie vor fahruntüchtige Schiff im Sommer 2024 an die Süderelbe umzog. Da das Schiff ausschließlich als Büro- und Eventlocation genutzt wird, entfällt die Notwendigkeit für eine eigene Zulassung zur Fahrgastschifffahrt und fahrbereite Technik.

 

 

Die „Wohldorf“ ist 30,1 Meter lang, 7,50 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 3,18 Meter. Sie war für bis zu 607 Passagiere zugelassen (deshalb intern bei der HADAG auch als „600er“ bezeichnet). Die „Wohldorf“ wurde dieselelektrisch angetrieben. Die Maschinenanlage bestand aus einem Deutz Dieselmotor Typ R6VM536 mit einer Leistung von 380 PS, einem Siemens Fahrgenerator mit einer Leistung von 240 kW (325 PS) und einem Siemens Elektro-Fahrmotor, der eine Leistung von 221 kW (300 PS) an die Propellerwelle liefert. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei knapp 12 Knoten, die Dienstgeschwindigkeit zwischen 10 und 11 Knoten. Zum Vergleich: heute liegt das allgemeine Geschwindigkeitslimit für Schiffe im Hamburger Hafen ohnehin bei 10 Knoten – die „Wohldorf könnte also selbst im heutigen modernen Hafenverkehr geschwindigkeitstechnisch noch problemlos mithalten.

 

alle Fotos: Ulrich Repp, www.ferriesworldwide.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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