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Irland – Hibernia Line: Cork – Boulogne-sur-Mer (im Aufbau) - Hosted By Administrator
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Die Fährverbindung Boulogne (Frankreich) – Cork-Ringaskiddy
(derzeit im Aufbau, Fährbetrieb startet Mitte Juni 2026)
Hibernia Line ist ein neues Fährunternehmen mit Sitz im irischen Dublin, dass eine direkte Fährverbindung zwischen Irland und Frankreich plant. Das Projekt wird oft als „Brexit-Buster“ bezeichnet, da es den sogenannten britischen „Landbridge“-Weg umgeht und eine direkte Logistikverbindung zum europäischen Festland schafft. Die Fähren sollen zwischen Cork (Ringaskiddy) in Irland und Boulogne-sur-Mer in Nordfrankreich verkehren. Boulogne-sur-Mer war über viele Jahrzehnte ein bedeutender Fährhafen, insbesondere für Verbindungen über den Ärmelkanal nach Großbritannien (Dover/Folkestone). Der Hafen war ein zentraler Knotenpunkt, verlor jedoch durch die Konzentration des Verkehrs auf Calais und den Eurotunnel an Bedeutung. Boulogne-sur-Mer liegt näher an wichtigen europäischen Märkten als andere französische Fährhäfen wie Le Havre, Cherbourg oder Roscoff, was die Transportzeit für Waren nach Benelux und Deutschland verkürzt. Geplant sind sechs Abendabfahrten pro Woche in beide Richtungen. Der Betrieb soll voraussichtlich Mitte Juni 2026 aufgenommen werden. Ursprüngliche Pläne für 2025 wurden verschoben. Für den Dienst wurden die RoPax-Fähren “Superfast IX” von der estnischen Reederei Tallink und die “Akka” von der TT-Line gechartert. Die “Superfast IX” wird bei Hibernia-Line als “St. Patrick” verkehren, die “Akka” als “St. Kilian”.
Das Fährschiff “St. Patrick”:

Das Fährschiff “St. Patrick” (IMO 9211509, MMSI 212359000, Rufzeichen C4LA2 –
) wurde am 18. November 2000 unter der Baunummer 359 bei HDW in Kiel, Deutschland, auf Kiel gelegt und am 8. Januar 2002 als “Superfast IX” an Superfast Ferries abgeliefert. Am 10. Januar 2002 wurde sie auf der Verbindung Södertälje – Rostock in Dienst gestellt. Da sich diese Verbindung als unwirtschaftlich erwies, wurde die Linie bereits im April 2002 wieder stillgelegt und die “Superfast IX” ab Mai 2002 auf der Route Rosyth (Schottland) – Zeebrugge eingesetzt. Im Februar 2004 wurde sie bei Fosen Mekaniske Verksteder im norwegischen Fosen mit zusätzlichen Kabinen ausgestattet. Im November 2005 wurde “Superfast IX” auf die Route Hanko –Rostock verlegt.
Im März 2006 verkaufte die Reederei Superfast ihre Ostseeaktivitäten für 310 Mio. € an Tallink. Die “Superfast IX” wurde unter estnische Flagge gebracht und die Route wurde ab April 2006 nach Hanko-Paldiski-Rostock geändert. Das Anlaufen in Paldiski erwies sich als problematisch, da Estland noch nicht Mitglied des Schengen-Vertrags war. Deshalb wurde im Juni desselben Jahres die Route auf die Verbindung Hanko-Rostock reduziert. Anfang 2007 änderte sich die Route der “Superfast IX” auf Tallinn-Helsinki (Westhafen)-Rostock.
Im April 2008 schloss Tallink ab Oktober 2008 einen Chartervertrag mit Marine Atlantic, einer kanadischen Crown Corporation, für fünf Jahre ab. Die Regierung Kanadas sollte Marine Atlantic über fünf Jahre lang 101 Millionen Dollar zur Finanzierung der Charter zur Verfügung stellen. Das Schiff wurde von Marine Atlantic ab November 2008 unter dem Namen “Atlantic Vision” auf ihrem Dienst zwischen Port aux Basques auf Neufundland und Labrador und North Sydney in Nova Scotia, eingesetzt. Während der Sommermonate verkehrte die “Atlantic Vision” hauptsächlich auf der Verbindung von North Sydney nach Argentia auf Neufundland und Labrador. Der Chartervertrag wurde bis März 2024 verlängert.
Am 7. April 2024 verließ die “Atlantic Vision” North Sydney und erreicht am 17. April 2024 die Werft in Lindø zur Überholung. Anschließend lag sie in Tallin auf, bis sie am 12. April 2025 als Ersatz für die verkaufte “Star I” unter ihrem alten Namen “Superfast IX” die Verbindung Paldiski – Kapellskär übernahm. Im April 2026 wurde die Fähre für 3 Jahre an die neugegründete Reederei “Hibernia Line” verchartert und in “St. Patrick” umbenannt.
Die “St. Patrick” ist 203,3 Meter lang, 25,0 Meter breit, hat eine Seitenhöhe von 9,1 Meter und einen maximalen Tiefgang von 6,68 Meter. Sie ist mit 30.285 BRZ/10.769 NRZ vermessen und hat eine Tragfähigkeit von 5.915 Tonnen. Das Schiff verfügt über 10 Decks und kann auf 2.425 Lademetern bis zu 531 PKW befördern. Die Fähre ist für 550 Passagiere zugelassen, denen 179 Kabinen, ein Restaurant, Aufenthaltsbereiche, eine Kinderspielecke und ein großes Außendeck zur Verfügung stehen.
Die Maschinenanlage besteht aus vier Wärtsilä-Sulzer-16-Zylinder-Dieselmotoren mit einer Gesamtleistung von 46.000 kW (ca. 62.542 PS), die auf zwei Verstellpropeller wirken. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30,4 Knoten, die Dienstgeschwindigkeit 25,5 Knoten (ca. 47 km/h).
Die “St. Patrick” hat drei Schwesterschiffe – die “Stena Superfast VII” und die “Stena Superfast VIII”, die beide in der Irischen See verkehren und die “A Nepita”, die für Corsica Linea im Mittelmeer fährt. Das Foto zeigt die “St. Patrick” als “Superfast IX” – Foto: KarlShipSpotting, CC BY 4.0 , via Wikimedia Commons
Das Fährschiff “St. Kilian”:

Das Fährschiff “St. Kilian” (IMO 9217230, MMSI folgt, Rufzeichen folgt) wurde 2001 unter der Baunummer 2000 bei der SSW Fähr- und Spezialschiffbau GmbH in Bremerhaven als “Nils Holgerson” gebaut und am 16. Juli 2001 in Dienst gestellt. Sie war das sechste Schiff der TT-Line mit diesem Namen. Im Zuge des Neubaus des gleichnamigen Nachfolgeschiffs erfolgte Anfang 2022 die Umbenennung in “Akka” nach der gleichnamigen Leitgans in der Geschichte von Nils Holgersson. Sie verkehrte unter der Flagge der TT-Line auf allen Routen der Reederei. Ab Februar 2025 verkehrte das Schiff in Charter der zur Attica Group gehörenden Reederei Superfast Ferries in der Adria. Im Anschluß an diese Charter verkehrte das Schiff wieder auf allen Routen der TT-Line. Anfang Mai 2026 wurde bekannt, dass das Schiff für 3 Jahre an die “Hibernia-Line” verchartert wird und in “St. Kilian” umbenannt wird.

Die “Akka” einlaufend Travemünde am 26.Februar 2026, noch mit dem Reedereilogo der Superfast Ferries – Fotos: Ulrich Repp, www.ferriesworldwide.de
Die “St. Kilian” ist 190,75 Meter lang, 29,5 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 6,20 Meter. Sie ist mit 36.468 BRZ vermessen. Die Tragfähigkeit beträgt 6.885 Tonnen, die Transportkapazität 169 Trailer auf 2.613 Lademetern auf 3 Decks. Das Schiff ist für 744 Passagiere zugelassen, denen auf den Decks 8 und 9 insgesamt 653 Betten in 227 Kabinen verschiedener Kategorien zur Verfügung stehen. Die “Akka” ist mit einem Restaurant, einer Bar, einem Shop, Konferenzraum, Casino, Kinderkino, Fitness-Center und Sauna ausgestattet. Foto: S. Scharrer, www.ferriesworldwide.de
Die “St.Kilian” ist mit einem sogenannten Pod-Antrieb ausgestattet. Durch diese drehbaren Antriebsgondeln werden sehr gute Manövriereigenschaften erreicht. Während der Fahrt in Häfen, wo auf beengten Platzverhältnissen Manöver gefahren werden, wird das Antriebssystem im Modus „Revierfahrt“ betrieben, wobei die Gondeln um 360° frei drehbar sind. Außerhalb des Hafens auf See, im „Seebetrieb“ sind die Gondeln aus Sicherheitsgründen nur um jeweils 35° nach Back- bzw. Steuerbord schwenkbar. Dadurch ist es nicht ohne Weiteres möglich die Antriebe um 180° auf „Maschine zurück“ zu drehen, da ein solches Manöver bei „voller Fahrt voraus“ den Antrieb beschädigen würde.
Aufgrund der relativ engen Platzverhältnisse in den Maschinenräumen muss die Gesamtleistung der dieselelektrischen Maschinenanlage von insgesamt fünf Dieselmotoren erzeugt werden. Die vier MaK-M43-Motoren laufen mit einer Drehzahl von 500 /min und sind mit Siemens-Generatoren des Typs 1DK4839-6BE06-L gekoppelt. Sie erzeugen eine elektrische Leistung von insgesamt 26.170 kVA. Der MaK-M32-Dieselmotor treibt mit 600/min einen Generator des Typs Siemens 1DK4839-6BE05-L an, der weitere 2.760 kVA erzeugt.
Das Schiff gehört zu den ersten Fährschiffen, die mit Propellergondeln von Siemens-Schottel („Propulsor“) angetrieben werden. Die Besonderheit der eingesetzten Gondeln des Typs SSP 10 ist die Auslegung mit je einem Zug- und einem Schubpropeller pro Gondel. Jeder 3-Blatt-Propeller hat einen Durchmesser von ca. 4,50 m und besteht aus einer Nickel-Aluminium-Kupfer-Zinn-Legierung. Um die Stabilität zu gewährleisten, führt die “St. Kilian” ca. 2.640 m³ Wasser in Ballasttanks mit sich. Zur Dämpfung von Rollbewegungen ist das Schiff mit einem Paar Flossenstabilisatoren des Typs Blohm + Voss S700 ausgestattet. Als Manövrierhilfe sind im Bugbereich zwei Querstrahlsteueranlagen des norwegischen Herstellers Brunvoll installiert. Die Anlagen arbeiten mit Verstellpropellern, die mit einer konstanten Drehzahl von 249/min laufen. (Text auszugsweise von Wikipedia)


