Autofähre
Closed
Neuseeland – Interislander: Picton – Wellington Verified - Hosted By Administrator
Add Review
Viewed - 19
Die Interislander-Fährverbindung zwischen Südinsel und Nordinsel in Neuseeland
Auf der Rennstrecke zwischen Wellington auf der Nordinsel und Picton auf der Südinsel sind zwei Reedereien aktiv: Interislander und Bluebridge (Cook Strait Ferries).
Die Reederei Interislander wurde 1962 als ein Dienst der New Zealand Railways unter dem Namen Cook Strait Inter-Island Rail and Road Service gegründet. Sie schließt an die Bahnstrecke Christchurch–Picton an. Das erste Schiff der Fährgesellschaft wurde die im Jahr der Gründung fertiggestellte “Aramoana”. 1966 ergänzte sie ein leicht modifiziertes Schwesterschiff namens “Aranui”. In den folgenden Jahren baute die Reederei ihre Flotte mit zwei weiteren Schiffen aus, ehe 1983 mit der “Arahura” die bis dahin größte Fähre Neuseelands in Dienst gestellt wurde.
1984 erhielt die Cook Strait Inter-Island Rail and Road Service den Namen SeaRail. 1989 erhielt die Reederei schließlich ihre heutige Bezeichnung InterIslander. 1991 wurde die Reederei ein eigenständiges Unternehmen und schließlich 1993 an einen privaten Eigentümer verkauft. Seit 1995 gehörte das Unternehmen zu Tranz Rail.
In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren charterte InterIslander mehrere gebrauchte Schiffe von anderen Reedereien, darunter vier Katamarane. 1998 folgte mit der “Aratere” der erste Neubau seit fünfzehn Jahren. Dieser übertraf die “Arahura” an Länge (und nach einem Umbau im Jahr 2011 auch an Tonnage) und wurde somit zum größten Fährschiff Neuseelands. 2007 folgte mit der gecharterten “Kaitaki” ein noch größeres Schiff.
Im Juli 2008 erwarb die Regierung Neuseelands die KiwiRail Holdings und damit den Interislander-Betrieb, der eine Untergruppe von KiwiRail ist. InterIslander kehrte somit wieder in den Staatsbesitz zurück.
Im Juli 2015 wurde die “Arahura” nach 32 Jahren als bislang dienstältestes Schiff Interislanders ausgemustert und im selben Jahr zum Verschrotten nach Indien verkauft. Als Ersatz nahm die ehemalige “Stena Alegra” unter dem Namen “Kaiarahi” den Dienst für Interislander auf.
Aktuell verkehren drei Schiffe für Interislander – die 1998 gebaute “Aratere”, die “Kaitaki” (1995) und die 1998 gebaute “Kaiarahi”
Je nach Saison und Wochentag werden 4-6 Überfahrten täglich angeboten. Die Schiffe benötigen für die 92 Kilometer lange Strecke rund 3 Stunden. Die Verbindung Wellington – Picton ist für oft stürmische Überfahrten berüchtigt, insbesondere auf dem Abschnitt im offenen Meer der Cookstraße.
Das Fährschiff “Kaiarahi”:

Foto KiwiRail: Licence: Standard Licence – Royalty Free to use worldwide provided you abide by the Terms of Use, Brand Guidelines, Licence, Usage, and Expiry dates for each asset.

Die “Kaiarahi” (IMO 9147291, MMSI 512144000, Rufzeichen ZMKL –
) wurde 1998 auf der Werft Astilleros Espanoles S.A. in Sevilla, Spanien, als “Dawn Merchant” für Cenargo International Ltd gebaut und im Februar 1998 vom Stapel gelassen. Nach Fertigstellung wurde das Schiff an Und RORO verchartert und auf der Verbindung Istanbul – Triest in Dienst gestellt. 1999 wurde es an Norse Merchant Ferries und 2002 an Norfolkline verchartert. 2005 ging es zurück an Norse Merchant Ferries und wurde an Daybreak Shipping Ltd verkauft, wo es in “Europax Appia” umbenannt wurde. 2006 wurde es an Balearia verchartert, wo es in “Pau Casals” umbenannt wurde, und 2009 an T-Link Lines, wo es in “T-Rex” umbenannt und zwischen Genua und Termini Imerse auf Sizilien eingesetzt wurde. Im Jahr 2010 wurde sie in „Norman Trader“ umbenannt und an LD Lines verchartert. Bei ihnen blieb sie bis zur Schließung der Strecke Dover-Boulogne und wechselte dann auf andere Routen von LD Lines, bis sie im Jahr 2011 sowohl an P&O Ferries als auch an Stena Line verchartert und anschließend im Fluss Fal in Falmouth aufgelegt wurde.
Im Mai 2013 gab Stena Line bekannt, dass sie die “Norman Trader” für ihre Route von Gdynia nach Karlskrona kaufen würden. Sie wurde nach Gdynia geschleppt, wo sie im Juni 2013 umgerüstet und in “Stena Alegra“ umbenannt wurde. Am 8. Juli 2013 nahm sie den Betrieb auf der Route von Gdynia nach Karlskrona auf.
Im November 2013 wurde sie von Interislander in Neuseeland gechartert, um sechs Monate lang auf der Route Wellington – Picton zu verkehren. Die Charter sollte Interislanders zwei anderen Schiffen ( MV “Kaitaki” und DEV “Arahura”) bei den sommerlichen Spitzenauslastungen helfen, während ihr drittes Schiff, die DEV “Aratere“, nach dem Verlust eines Propellers Anfang November wegen Reparaturen außer Dienst war.
Während der Charterzeit traten mehrere mechanische Probleme auf, darunter ein Motorschaden im Hafen von Wellington, ein sechs Meter langer Riss im Rumpf bei Anlegeschwierigkeiten und der Verlust eines Teils eines Propellerblattes. Das Schiff wurde jedoch kurz nach diesen Vorfällen repariert und wieder in Dienst gestellt.
Am 9. Dezember 2014 wurde bekannt gegeben, dass sie erneut langfristig von Interislander gechartert wird, um die alternde “Arahura” zu ersetzen, die seit 1983 im Einsatz war und 2015 außer Dienst gestellt werden sollte. Vor ihrer Rückkehr nach Neuseeland wurde sie umgerüstet, um besser für die Strecke Wellington – Picton geeignet zu sein und in “Kaiarahi” umbenannt.
Die “Kaiarahi” ist 179,93 Meter lang, 25,24 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 6,50 Meter. Sie verfügt über 9 Decks, ist mit 22.152 BRZ vermessen und kann 5.100 Tonnen zuladen. Die Fähre kann 525 PKW befördern und ist für 550 Passagiere zugelassen. Das Schiff verfügt über ein Restaurant, eine Bar, Aufenthaltsräume, eine 1.Klasse-Lounge, Shop, ein Kinderspielzimmer und ein Sonnendeck. Die Besatzungsstärke beträgt 65 Personen.
Die Maschinenanlage besteht aus zwei Wärtsilä Dieselmotoren mit jeweils 5.940 kW Leistung (Gesamtleistung 31.880 PS), die auf zwei Verstellpropller wirken. Die Geschwindigkeit liegt bei 22,5 Knoten (ca. 41 km/h)
Foto: Andrewrabbott, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Das Fährschiff “Kaitaki”:
Foto KiwiRail: Licence Standard Licence Royalty Free to use worldwide provided you abide by the Terms of Use, Brand Guidelines, Licence, Usage, and Expiry dates for each asset.

Die Roll-on/Roll-off- Fähre “Kaitaki” (IMO 9107942, MMSI 512445000, Rufzeichen ZMKI –
) wurde 1995 unter der Baunummer 963 auf der niederländischen Werft Van der Giessen de Noord gebaut und am 23.05.1995 als “Isle of Innisfree” auf der Verbindung Dublin – Holyhead in Dienst gestellt. Im Jahr 2002 wurde die “Isle of Innisfree” von P&O Portsmouth gechartert und in Falmouth grundlegend überholt. Sie wurde am 12.08. 2002 in “Pride of Cherbourg” umbenannt und am 12. September 2002 auf der Verbindung Portsmouth – Cherbourg in Dienst gestellt.
Die letzte Überfahrt der “Pride of Cherbourg” für P&O fand am 14. Januar 2005 von Cherbourg nach Portsmouth statt. P&O vercharterte das Schiff an Stena Roro, die das Schiff in Danzig renovieren ließ und in “Stena Challenger” umbenannte. Die “Stena Challenger” fuhr von Februar bis Juni 2005 auf der Strecke Karlskrona – Gdynia der Stena Line. Nach Beendigung ihres Dienstes bei Stena Line wurde sie an KiwiRail unterverchartert. Vor der Abfahrt nach Neuseeland wurde ihr Name zu “Challenger” verkürzt, wobei die Māori- Übersetzung Kaitaki, die auch auf ihrem Bug erschien, für Marketingzwecke verwendet wurde (die beiden anderen Interislander-Fähren zu dieser Zeit, “Arahura” und “Aratere”, hatten Māori-Namen). Im April 2007 wurde das Schiff in “Kaitaki” umbenannt. Wie die “Kaiarahi” ist sie eine Interislander-Fähre ohne Schienendeck für den Transport von Eisenbahnwaggons.
Im Jahr 2009 wurde bekannt gegeben, dass der ursprüngliche Pachtvertrag von fünf Jahren verlängert wird. Der Pachtvertrag wurde am 16. April 2013 erneut bis 2017 verlängert, mit der Option, ihn anschließend um weitere drei Jahre zu verlängern. Im Mai 2017 kaufte KiwiRail die “Kaitaki” vollständig von der Irish Continental Group.
Die “Kaitaki” ist 181,6 Meter lang, 23,4 Meter breit und hat einen Tiefgang von 5,30 Meter. Sie verfügt über 10 Decks, ist mit 22.365 BRZ vermessen und hat eine Tragfähigkeit von 5.794 Tonnen. Die Fähre kann 600 PKW befördern und ist für 1.350 Passagiere zugelassen, denen zwei Restaurants, eine Bar, mehrere Aufenthalträume (darunter eine aufpreispflichtige Premium Lounge), zwei Kinos, ein Kinderspielzimmer und ein Sonnendeck zur Verfügung stehen. Die Besatzung besteht aus 60 Personen.
Die Maschinenanlage besteht aus vier Sulzer 8-Zylinder-Dieselmotoren Typ 8ZAL 40 S mit jeweils 5.760 kW bei 510 U/min (Gesamtleistung ca. 31.325 PS), die auf zwei Propeller wirken. Die Geschwindigkeit beträgt 20,5 Knoten (ca. 38 km/h).
Foto: AnnWoolliams, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Die Vorgängerfähre “Aratere”:
Foto KiwiRail: Licence Royalty free Royalty free use worldwide in paid or unpaid media, provided any use benefits KiwiRail Limited

Die “Aratere” (IMO 9174828, MMSI 512071000, Rufzeichen ZMII –
) wurde 1998 für das damals private Unternehmen Tranz Rail gebaut und 2011 verlängert. Der Bauauftrag für das neue Schiff wurde an die spanische Werft Hijos de J. Barreras in Vigo vergeben. Sie wurde im November 1997 unter der Baunummer 1570 auf Kiel gelegt und am 8. September 1998 vom Stapel gelassen. Das Schiff wurde am 16. Dezember 1998 an Tranz Rail übergeben.
Die “Aratere” verließ Spanien am 16. Dezember 1998 in Richtung Neuseeland. Ihre Reise dauerte länger als erwartet. Am 20. Dezember brannten die Sicherungen an den Steuerbordmotoren durch. Als die Ersatzsicherungen eingebaut wurden, brannten auch diese durch. Am folgenden Tag versagten die Kupplungen, die die Getriebe mit den Backbordmotoren verbanden, und Aratere trieb im Südatlantik. Die Kupplungen wurden vom Steuerbordmotor entfernt und für die Backbordmotoren verwendet.
Im Jahr 2011 wurde die “Aratere” auf der Sembawang-Werft in Singapur für 52 Millionen Dollar umgerüstet. Ihre Kapazität wurde dadurch von 360 auf 600 Passagiere erhöht. Die Umrüstung umfasste einen neuen Bug und ein neues Heck. Das Schiff wurde verlängert, indem es in zwei Hälften geteilt und ein neuer Mittelteil mit einer Länge von 30 Metern eingefügt wurde.
Die “Aratere” hat sechs Decks:
-
Deck 1 – Maschinen- und Antriebsräume
-
Deck 2 – Schienendeck
-
Deck 3 – Autodeck
-
Deck 4 – Bar, Foodcourt, Shop, Lounge, Deckzugang
-
Deck 5 – Premium-Lounge, Fahrerunterkunft, Zugang zum Deck einschließlich Sitzgelegenheiten im Freien.
-
Deck 6 – Brücke und Sonnendeck
Seit 2024 ist “Aratere” Neuseelands einzige Eisenbahnfähre. Wenn das Schiff nicht verfügbar ist, muss der Schienengüterverkehr zwischen der Nord- und der Südinsel auf Lastwagen umgeladen, auf andere Cook-Strait-Fähren transportiert und nach der Überfahrt wieder auf die Schiene verladen werden, was zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand mit sich bringt.
Das Schiff ist 150,0 Meter lang, 20,25 Meter breit und hat einen Tiefgang von 5,50 Meter. Das Schiff ist mit 12.596 BRZ vermessen und kann auf dem Eisenbahnbeck 32 Waggons (bis 1.700 Tonnen) und auf dem Autodeck 230 PKW oder 30 LKW (maximal 800 Tonnen) befördern. Sie ist für 600 Passagiere zugelassen und wird von einer 31-köpfigen Besatzung gefahren. Den Passagieren steht ein Food Court, eine Bar, Aufenthaltsräume einschließlich einer aufpreispflichtigen Premium Lounge, ein Kino, Shop, eine Kinderspielzone und ein Sonnendeck zur Verfügung.
Die Maschinenanlage besteht aus vier Wärtsilä-Dieselmotoren Typ 8L32 mit jeweils 3.840 kW Leistung bei 750 U/min. (Gesamtleistung ca. 19.720 PS), die auf zwei vierblättrige Festpropeller wirken. Die Geschwindigkeit beträgt 19,5 Knoten (ca. 36 km/h).
Im August 2025 wurde die “Aratere” altersbedingt außer Dienst gestellt und an eine Abwrackwerft in Indien verkauft.
Foto: Lcmortensen, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons




