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Norwegen – ASKO Maritime: autonom fahrende Frachtfähren auf dem Oslofjord - Hosted By

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Die autonom fahrenden ASKO-Frachtfähren über den Oslofjord

 

 

Die beiden ASKO-Fähren in Moss – Foto: Pressemitteilung der ASKO group vom 21. Januar 2026

 

 

ASKO Maritime AS ist ein norwegisches Schifffahrtsunternehmen und eine Tochtergesellschaft von ASKO, Norwegens größtem Lebensmittelgroßhändler. Das Unternehmen ist ein weltweiter Pionier für emissionsfreie, autonome Schifffahrt und betreibt sogenannte „Sjødroner“ (Seedrohnen) für den voll elektrischen Gütertransport über den Oslofjord zwischen Horten und Moss. Die beiden baugleichen Fähren “Marit” und “Therese” befördern Lebensmittel und Trailer zwischen den ASKO-Logistikzentren auf beiden Seiten des Fjords. Das Projekt ist Teil von ASKOs Ziel, eine komplett klimaneutrale Lieferkette aufzubauen. Durch die Verlagerung des Transports von der Straße auf den Oslofjord ersetzt ASKO Maritime jährlich rund zwei Millionen Kilometer an Lkw-Fahrten. Dadurch werden jedes Jahr rund 5.000 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart und die stark befahrenen Straßen rund um den Oslofjord entlastet. Die Fähre steht der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung.

 

 

Die autonom fahrenden Frachtfähren Typ “Autobarge”:

 

 

Die “Marit” im September 2026 auf dem Oslofjord – beide Fotos: Ulrich Repp, www.ferriesworldwide.de

 

ASKO Maritime setzt auf dem Oslofjord zwei Frachtfähren des Typs “AutoBarge” ein. Von diesem autonom fahrenden Schiffstyp wurden zwei Einheiten gebaut – die “Marit” (IMO 9921776, MMSI 258022650, Rufzeichen LGMJ – ) und die “Therese” (IMO 9921788, MMSI 259005610, Rufzeichen LGMN – ). Beide Einheiten wurden unter den Baunummern 146 und 147 auf der indischen Werft Cochin Shipyard in Kochi gefertigt. Die Kiellegung der Schiffe erfolgte am 7. August 2021, die Ablieferung im Juni 2022. Die Baukosten beliefen sich auf rund 150 Millionen norwegische Kronen, wobei die staatliche Energieagentur Enova das Projekt mit 119 Millionen NOK förderte. Die Fähren wurden an Bord des Dockschiffes “Yacht Servant” (IMO 9890812) nach Horten verschifft, wo sie am 9.August 2022 ankamen. Namensgeberinnen waren die ehemaligen Skilangläuferinnen und Olympiasiegerinnen Marit Bjørgen und Therese Johaug, die die Schiffe am 15. September 2022 in Moss tauften.

Nach dem Start des regulären Fährbetriebs im Herbst 2022 wurden die Schiffe “Marit” und “Therese”  vereinbarungsgemäß mit einer kleinen Besatzung von zwei bis vier Personen betrieben. Diese zweijährige Phase diente dazu, die autonomen Systeme der Partnerfirma Massterly intensiv im Realbetrieb zu testen und alle notwendigen Sicherheitszertifikate der Norwegian Maritime Authority für den komplett unbemannten Betrieb zu erhalten. Seit 2024 werden die Schiffe von einem Kontrollzentrum, dem sogenannten Remote Operations Centre in Horten ferngesteuert.

Beide Fähren verfügen über ein offenes RoRo-Deck mit 4 Fahrspuren, auf dem insgesamt 16 LKW-Auflieger Platz finden. Die Sattelauflieger werden mit elektrisch angetriebenen Lkw von und zu den Terminals in Moss und Horten transportiert und auch die Zugmaschinen für die Verladung der Auflieger werden elektrisch angetrieben.

Die Schiffe werden elektrisch angetrieben. Die Batteriekapazität beträgt 1.846 kWh. Die Batterien sind aus Sicherheitsgründen (Redundanz) auf zwei getrennte Batterieräume aufgeteilt. Sollte es in einem Raum zu einer Störung kommen, bleibt das Schiff manövrierfähig. Mit einer Ladung können die Schiffe etwa 4 Stunden lang bei einer Reisegeschwindigkeit von 8 Knoten (ca. 15 km/h) fahren. Für eine Passage zwischen Moss und Horten werden etwa 350 kWh benötigt.

Für den Vortrieb sorgt ein Elektromotor mit 500 kW Leistung, der auf einen um 360° drehbaren Schottel Ruderpropeller Typ EcoPeller SRE 210 wirkt. Im Bug des Schiffes ist ein weiterer 200-kW-Elektromotor verbaut. Dieser treibt einen sogenannten Schottel PumpJet an. Er fungiert im normalen Betrieb als Bugstrahlruder, um das autonome Anlegen im Hafen millimetergenau zu steuern.

In den Häfen sind automatische Festmachersysteme mit einem Vakuumsystem installiert. Außerdem stehen hier Einrichtungen zum Laden der Akkumulatoren zur Verfügung.

 

 

 

 

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