Personenfähre
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Belgien – Schelde: Hoboken – Kruibeke Verified - Hosted By Administrator
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Die Fährverbindung Hoboken – Kruibeke über die Schelde
Hoboken ist ein südlicher Stadtteil von Antwerpen im flämischen Teil Belgiens. Er liegt an der Schelde. Der Name des Bezirks hat seinen Ursprung im Mittelniederländischen. Hoboken ist eine Industriestadt, geprägt vom Schiffbau. Zwischen Hoboken und Kruibeke am Westufer der Schelde verkehrt die brandneue Personen- und Radfahrerfähre “Scheldestroom” und löst die seit 2014 dort verkehrende Personen- und Radfahrerfähre “Pieter Bruegel” ab. Die Fähre pendelt werktags von 5:00 Uhr bis 23:00 Uhr alle 30 Minuten über den Fluß, an den Wochenenden von 5:00 Uhr bis 22:25 Uhr. Die Fähre befördert nur Fußgänger und Radfahrer sowie Kleinkrafträder bis 50 ccm und kann kostenfrei genutzt werden.

Die Verwendung dieses im Internetportal “Forum Schiff” publizierten Fotos wurde uns am 16.07.2026 vom Urheber Hans Rosenkranz gestattet. Herzlichen Dank für die Unterstützung.
Der Elektro-Karamaran “Scheldestroom” (IMO1048322, MMSI 205592390, Rufzeichen OT5923 –
) wurde 2026 als dritte Einheit des intern als BWB Ferry 30 CAT Electric bezeichneten Modelltyps auf der Werft Baltic Workboats in Nasva, Estland für die belgische Agentur Maritime Services and Coast (MDK) gebaut. Es basiert auf dem Design der beiden Vorgängerfähren “Marnix Van Sint-Aldegonde” und “Op Stroom”. Die Baukosten beliefen sich auf 7,5 Millionen Euro. Die Kiellegung erfolgte im Frühjahr 2024, die Ablieferung im Frühjahr 2026. Die “Scheldestroom” verließ am Abend des 13. Mai 2026 den Werfthafen und fuhr auf eigenem Kiel via Nord-Ostsee-Kanal nach Antwerpen, wo das Schiff am 19. Mai 2026 eintraf. Die offizielle, feierliche Schiffstaufe fand schließlich am 25. Juni 2026 in Antwerpen statt.
Die Überführungsreise auf eigenem Kiel war nur möglich, weil die “Scheldestroom” für Ausnahmesituationen, Werftfahrten oder eben die Überführung einen Dieselgenerator als Back-up an Bord hat. Dieser Generator fungiert als sogenannter Range Extender. Er treibt das Schiff nicht direkt mechanisch an, sondern erzeugt Strom, um die Elektromotoren kontinuierlich zu speisen und die Batterien während der Fahrt nachzuladen. Da die reinen Batteriepacks der Fähre für die über 1.500 Kilometer lange Strecke von Estland nach Belgien niemals ausgereicht hätten, lief das Schiff auf dieser Reise im dieselelektrischen Hybridmodus.
Die aus Aluminium gefertigte “Scheldestroom” ist 30,0 Meter lang, 9,5 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 2,5 Meter. Sie ist für 150 Passagiere zugelassen, denen an Bord 100 Plätze im Salon sowie Sanitäranlagen zur Verfügung stehen. Außerdem kann die Fähre 150 Fahrräder befördern.
Der Katamaran besitzt einen vollredundanten, rein elektrischen Antrieb. In den beiden Rümpfen arbeiten separate Elektromotoren, die auf feste Propeller wirken. Das Schiff verfügt über Lithium-Ionen-Batteriepacks mit einer Kapazität von 400 kWh. Die Akkus werden im täglichen Dienst bewusst in einem akkuschonenden Fenster betrieben (oft gedeckelt bei maximal 80 % Ladung). Eine einzige Flussüberquerung der Schelde verbraucht im Schnitt nur rund 2 % bis 2,5 % der Batteriekapazität. Während einer regulären Überfahrt werden im Schnitt kontinuierlich rund 65 kW Leistung aus den Batterien abgerufen. Das Laden erfolgt über ein manuelles oder teilautomatisiertes Inplugsystem direkt am Anlegeponton. Während der regulären 10 Minuten Liegezeit dockt das Schiff an das landseitige Schnellladenetz an. In dieser kurzen Phase können pro Stopp etwa 5 % der Akkukapazität nachgeladen werden. Auf diese Weise wird der Energieverlust der vorherigen Fahrt direkt ausgeglichen, was einen ununterbrochenen Ganztagsbetrieb ermöglicht. Zur Unterstützung der bordeigenen Hilfssysteme (wie Beleuchtung oder Klimatisierung) sind zusätzlich hocheffiziente Solarmodule auf dem Oberdeck des Katamarans installiert.



