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Italien – Adda: Traghetto di Leonardo Imbersago – Villa d´Adda Verified - Hosted By Administrator
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Die Fähre Traghetto di Leonardo über die Adda in Norditalien

Die Fährstelle der Traghetto Adda bei Villa d´Adda – Foto: DevonsRd, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
Der Fluss Adda entspringt bei Livigno in den Rätischen Alpen und fließt durch die Lombardei in Italien. Er durchquert den Comer See, verlässt ihn bei Lecco und mündet etwa 10 km westlich von Cremona in den Po. Er ist mit 313 km der viertlängste Wasserlauf Italiens. Die Adda ist Namensgeber des kleines Örtchens Villa d’Adda, 16 km westlich der Provinzhauptstadt Bergamo, 35 km südöstlich der Schweizer Grenze und 35 km nordöstlich der Metropole Mailand. Villa d´Adda ist bekannt für seine historische Fähre über die Adda, die den Ort mit Imbersdago in der Provinz Lecco verbindet. Die Fähre hat eine gewisse Berühmtheit durch ihr historisches Design erlangt. Das Design basiert auf den historischen Entwürfen, die Leonardo da Vinci zwischen 1512 und 1513 bei seinen Studien am Fluss Adda anfertigte. Die Fähre wird von Freiwilligen des lokalen Tourismusvereins (Pro Loco) betrieben. Die Fähre ist Montag bis Freitag von 07:00 Uhr – 12:00 Uhr und von 14:00 Uhr – 19:00 Uhr in Betrieb, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 09:00 Uhr – 13:00 Uhr und von 14:00 Uhr – 19:00 Uhr. Die Fähre befördert Fußgänger, Fahrräder, Motorräder und PKW und ist gebührenpflichtig. Die Tickets werden direkt an Bord der Fähre verkauft.

Die heutige Traghetto di Leonardo wurde 1972 vor Ort am Flußufer der Gemeinde gebaut und ersetzte eine historische Holzkonstruktion aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Fähre wurde im Laufe der Jahre mehrfach umfassend restauriert (zuletzt gab es größere Modernisierungen in den Jahren 1994 und 2012, außerdem gibt es eine jährliche Generalüberholung vor der Wiederaufnahme des Betriebs. Der Entwurf der Fähre lehnt sich eng an Zeichnungen an, die Leonardo da Vinci zwischen 1512 und 1513 am Fluss Adda anfertigte. Bei der Fähre handelt es sich um einen Katamaran-Typ (Zwei-Rumpf-Boot). Sie besteht aus zwei identischen, parallel miteinander gekoppelten Bootsrümpfen aus Stahl. Das auf den Rümpfen montierte Holzdeck misst knapp 60 m². Die Fähre kann maximal 4 PKW befördern und ist für 25 Personen zugelassen.
Die Fähre besitzt keinen Motor. Über dem Fluss ist ein fixes Stahlseil gespannt. Der Fährmann stellt die Rümpfe über ein großes Steuerruder schräg zur Flussströmung. Die kinetische Energie des fließenden Wassers drückt das Boot dann entlang des Seils zum gegenüberliegenden Ufer.
Ein zweites, baugleiches Exemplar einer solchen Leonardo-Fähre befindet sich überraschenderweise nicht in Norditalien, sondern im Latium (Mittelitalien). Sie überquert dort den Fluss Tiber im Herzen des Naturschutzgebietes Riserva Naturale di Nazzano, Tevere-Farfa, etwa 40 Kilometer nördlich von Rom. Allerdings dient diese Fähre vorrangig touristischen Zwecken und befördert keine PKW. Zusammen bilden diese beiden historischen Nachbauten die einzigen beiden noch aktiv genutzten Gierseilfähren nach den Originalskizzen von Leonardo da Vinci in ganz Italien.
Foto: Jalo, Public domain, via Wikimedia Commons



