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Polen – POLSCA Baltic Ferries: Danzig – Karlshamn (Schweden) Verified - Hosted By

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Die Fährverbindung Danzig – Karlshamn

 

 

Die Fährverbindung zwischen dem polnischen Hafen Gdańsk (Danzig) und dem schwedischen Hafen Karlshamn wurde am 6. Juli 2026 als neue reguläre Ostseeroute eröffnet. Betreiber ist POLSCA Baltic Ferries, die gemeinsame Marke der polnischen Reedereien Polska Żegluga Bałtycka (Polferries) und der zu EuroAfrica gehörigen Unity Line. Mit dieser Linie erweitert POLSCA sein Streckennetz um einen vierten schwedischen Hafen neben Nynäshamn, Ystad und Trelleborg und stärkt damit die direkten Verbindungen zwischen Mitteleuropa und Südskandinavien.

Die Route wurde vorrangig für den Güterverkehr konzipiert, bietet aber auch Passagieren mit Pkw, Motorrad, Fahrrad oder Wohnmobil sowie Fußgängern eine attraktive Alternative. Sie schließt eine Lücke im Fährnetz zwischen der polnischen Dreistadt-Region (Trójmiasto) und dem südostschwedischen Blekinge und erleichtert den Zugang nach Südschweden, Dänemark und Südnorwegen über die Europastraße E22. Karlshamn liegt verkehrsgünstig und ermöglicht kurze Weiterfahrten nach Malmö, Kopenhagen, Göteborg oder Oslo. Auf polnischer Seite wird der Terminal Promowy Westerplatte im Hafen von Gdańsk genutzt – Polens größtem Seehafen und einem der bedeutendsten Umschlagplätze der Europäischen Union.

Die Überfahrt dauert in der Regel rund 13 – 14,5 Stunden. Die Abfahrten erfolgen überwiegendabends um 21:00 Uhr, die Ankünfte am folgenden Vormittag. So können Lkw-Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten an Bord einhalten und Passagiere die Nacht an Bord verbringen. Geplant sind bis zu sechs Abfahrten pro Woche in jede Richtung. Einzelne Tagesabfahrten (zumeist am Freitag) ergänzen das Angebot. Eingesetzt werden die beiden Ro-Pax-Schiffe “Skania” (hauptsächlich Passagierfähre mit Kabinen, Restaurant, Café, Shop usw., bis ca. 900 Passagiere) und “Copernicus”  (stärker frachtorientiert, begrenzte Passagierkapazität ca. 160 Personen; Hunde nicht erlaubt, eingeschränkte Barrierefreiheit)

Die Linie ist als RoRo-/RoPax-Verbindung ausgelegt und richtet sich besonders an den unbegleiteten und begleiteten Güterkraftverkehr (rund 90 Lkw-Einheiten pro Überfahrt). Passagierbeförderung erfolgt ergänzend und umfasst Pkw, Motorräder, Fahrräder und Wohnmobile. Check-in öffnet in der Regel zwei Stunden vor Abfahrt; das Boarding schließt etwa eine Stunde vorher. Passagiere werden gebeten, rechtzeitig am Terminal zu erscheinen.

Strategisch ergänzt die Route die bestehenden polnischen Verbindungen (u. a. Świnoujście–Ystad, Świnoujście–Trelleborg und Gdańsk–Nynäshamn) und tritt in direkte Konkurrenz zur Stena-Line-Verbindung Gdynia–Karlskrona. Sie verbessert die Flexibilität für Spediteure, die je nach Zielort unterschiedliche schwedische Häfen anfahren und kombinieren können, und bietet Touristen aus Polen, Ostdeutschland und dem Baltikum einen direkten Zugang in die Region Blekinge mit ihren Schären, Naturgebieten und dem Wildpark Eriksberg.

 

 

Das Fährschiff “Skania”:

 

 

 

Das Fährschiff  “Skania”  (IMO 9086588, MMSI 209911000, Rufzeichen 5BLN5 – ) wurde 1995 unter der Baunummer 1087 auf der Schichau Seebeckwerft in Bremerhaven gebaut und am 6. April 1995 als “Superfast 1” auf der Verbindung Patras – Ancona in Dienst gestellt. Im März 1998 wurde sie auf die Route Bari – Igoumenitsa – Patras versetzt.

Im Februar 2004 wurde das Schiff an die Grimaldi-Gruppe verkauft und als “Eurostar Roma” auf den Routen Civitavecchia – Barcelona und Civitavecchia/Salerno nach Palermo und Tunis eingesetzt. 2008 wurde die “Eurostar Roma” an die polnische Unity Line verkauft und als “Skania” auf der Verbindung Swinemünde – Ystad eingesetzt. In den Sommermonaten 2010 und 2011 wurde die “Skania” an Bornholmfærgen verchartert und diente zwischen Ystad und Rønne auf Bornholm.

Die “Skania” ist 173,7 Meter lang, 24 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 6,4 Meter. Sie ist mit 29.933 BRZ vermessen und kann 5.717 Tonnen zuladen. Das Schiff ist für 900 Passagiere zugelassen, denen 600 Betten in 196 Kabinen zur Verfügung stehen. Das Schiff verfügt über mehrere Restaurants, Bars, einen Shop, Lounges mit Ruhesesseln und ein großes Sonnendeck.

Die Maschinenanlage besteht aus vier Wärtsilä Dieselmotoren Typ NSD 12 ZAV mit einer Gesamtleistung von 34.550 kW (ca. 46.974 PS), die eine Höchstgeschwindigkeit von 27 Knoten erlauben. Die Dienstgeschwindigkeit liegt bei 22,5 Knoten (ca. 42 km/h).

Foto: User:GroszekGroszek, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons

 

 

Das Fährschiff “Copernicus”:

 

 

 

Das RoPax-Schiff “Copernicus”  (IMO  9031703, MMSI 209183000, Rufzeichen 5BWX4 – ) wurde unter der Baunummer 5924 auf der Fincantieri-Werft als “Puglia” für die italienische Reederei Tirrenia di Navigazione gebaut. Die Kiellegung fand am 6. November 1993, der Stapellauf am 5. Januar 1995 statt. Die Fertigstellung des Schiffes erfolgte am 11. Mai 1995.

Das Schiff war das letzte einer aus sieben Einheiten bestehenden Serie, die im Rahmen des italienischen Viamare-Projektes gebaut wurden. Ziel war es, Lkw-Transporte in Italien von der Straße auf das Meer zu verlagern. Vier der Schiffe wurden auf der niederländischen Werft Van der Giessen-De Noord in Krimpen aan den IJssel und drei auf der italienischen Werft Fincantieri in Palermo gebaut.

Die Reederei Tirrenia di Navigazione setzte das Schiff auf ihren Fährlinien an der italienischen Westküste ein. 2017 fuhr das Schiff vorübergehend für die Reederei Moby Lines. Ende 2017 wurde es an die zypriotisch-polnische Reederei Euroafrica Services verkauft und in “Copernicus” umbenannt. Das Schiff wurde in Stettin umgebaut, die Passagierkapazitäten erweitert und anschließend von Euroafrica Shipping Lines in den von Unity Lines betriebenen Liniendienst zwischen Swinemünde und Trelleborg eingebracht. Es ersetzte hier die 1977 gebaute “Kopernik“. Unity Line betreibt mit der “Galileusz” bereits seit 2006 ein Schwesterschiff der “Copernicus.

Die “Copernikus” ist 150,38 Meter lang, 23,4 Meter breit, hat eine Seitenhöhe von 7,60 Meter und einen maximalen Tiefgang von 6,0 Meter. Sie ist mit 15.950 BRZ vermessen und hat eine Tragfähigkeit von 6.688 Tonnen. Auf 1.830 Spurmetern kann rollende Ladung befördert werden. Die “Copernicus” ist für 160 Passagiere zugelassen, denen 128 Betten in 51 Kabinen zur Verfügung stehen. Die Besatzung besteht aus 35 Personen.

Das Schiff wird von zwei Sulzer-Dieselmotoren des Typs 8ZAL40S mit jeweils 5760 kW Leistung angetrieben (Gesamtleistung 15.663 PS), die auf zwei Verstellpropeller wirken. Das Schiff ist mit zwei mit jeweils 750 kW Leistung angetriebenen Bugstrahlrudern ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 18 Knoten, die Reisegeschwindigkeit 17 Knoten (ca. 31 km/h).

Foto: S. Scharrer, ferriesworldwide.de

 

 

 

 

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