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Russland – Moskau: Die Passagierfährdienste auf der Moskwa Verified - Hosted By

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Die Fährverbindungen auf der Moskwa in Moskau

 

 

Die Elektrofähren “Desna” und “Ochakovka” am Anleger Novospassky – Foto: Retired electrician, CC0, via Wikimedia Commons

 

 

Seit 2023 betreibt das Unternehmen AO Vodohod. Passazhirsky Port (АО «Водоходъ. Пассажирский порт») im Auftrag der Moskauer Stadtregierung ein Netz von elektrischen Personenfähren auf der Moskwa. Das Liniennetz folgt dem natürlichen Verlauf der Moskwa und dient gezielt dazu, bestehende Lücken im klassischen U-Bahn-Netz an den Flussufern zu schließen. Eine durchgehende Linie oder eine einzelne Anlegestelle für alle Schiffe im engen Zentrum existiert nicht, um den dichten Taktverkehr auf den einzelnen Abschnitten nicht zu gefährden. Mittlerweile ist das Streckennetz auf 4 Fährlinien und über 30 Kilometer Länge angewachsen:

  • Route 1: Vom Kiewer Bahnhof (Kievsky) über die Moskauer City bis zum Wohnviertel Heart of the Capital (Serdtse Stolitsy) – inzwischen bis zum Fili-Park verlängert. Gesamtlänge 12 Kilometer

  • Route 2: Verbindet das Viertel Zilart (ZIL) mit dem Pechatniki-Ufer im Süden der Stadt. Gesamtlänge 11 Kilometer

  • Route 3: Die Strecke führt von Novospassky nach ZIL. Gesamtlänge 5 Kilometer

  • Route 4: Die neueste Verbindung bindet die Strecke Kievsky – Luzhniki an. Gesamtlänge 5 Kilometer

 

Eine durchgehende Linie oder eine einzelne Anlegestelle für alle Schiffe im engen Zentrum existiert nicht, um den dichten Taktverkehr auf den einzelnen Abschnitten nicht zu gefährden. Es gibt jedoch den Anleger Kiewer Bahnhof (Prichal Kievsky), der als der wichtigste und zentralste Umsteigeknoten im Netz gilt. Hier treffen sich die Linie 1 Richtung Fili Park und die Linie 4 nach  Luzhniki. Der zweite Knotenpunkt der Elektrofähren ist der Anleger ZIL (ЗИЛ) im Süden der Stadt. Hier treffen die Linien 2 nach Pechatniki und Linie 3 nach Novospaasky aufeinander. Nach Angaben des Bürgermeisters von Moskau, Sergej Sobyanin, istbis 2030 ein weiterer Ausbau des Streckennetzes auf 7 Linien mit insgesamt 67 Anlegestellen vorgesehen. Die Flotte soll bis 2030 auf 60 Schiffe wachsen.

Aktuell umfasst die aktive Elektro-Flotte der Moskauer Wassertaxis 39 Schiffe, davon 31 Katamarane der ersten Generation (Ecobus-Serie), die von der russischen Werft Emperium entwickelt und gebaut wurden. Seit 2026 wurde die Flotte durch 8 weitere Schiffe des „Moskva 1.0“-Projekts” der Moskauer Schiffswerft in Nagatinsky Zaton verstärkt.

Alle vier aktiven Linien fahren an 7 Tagen der Woche (auch an Wochenenden und Feiertagen). Der Betrieb beginnt auf allen Routen morgens um 07:00 Uhr und endet abends um 23:00 Uhr. Es gibt keinen minütlich starren Abfahrtsplan, den man auswendig lernen muss. Stattdessen wird im Taktverkehr gefahren. Je nach Linie und Tageszeit (Berufsverkehr) legen die Schiffe alle 15 bis 20 Minuten an den Anlegern an. Jedes der futuristischen, runden Anlegeterminals ist mit digitalen Anzeigetafeln ausgestattet. Diese zeigen – ähnlich wie an einer U-Bahn-Station – minutengenau an, wann das nächste E-Boot einläuft.

 

 

 

Die Elektrofähren Typ “Ecobus TFRP.401” der ersten Generation:

 

 

Die Elektrofähre “Ramenka” auf der vereisten Moskwa – Foto: Retired electrician, CC0, via Wikimedia Commons

 

Insgesamt verkehren 39 Elektrofähren diesen Typ auf der Moskwa, die alle nach kleinen Flüssen in und um Moskau benannt wurden: u.a. die  Bitsa, Businka, Chechora, Chertanovka,  Desna, Filka, Gorodnja, Gratschjowka, Jausa, Kamenka, Khimka, Khodynka, Korjuschka, Kotlowka, Kusnezowka, Lyuberka, Neglinka, Ochakowka, Pekhorka, Presnya, Ramenka, Serebrjanka, Setun, Schmelevka, Smelt, Sinichka, Schodnja, Tarakanovka, Yauza und Zhuzha. Die Schreibweise dieser Namen differiert häufig. Das Typschiff und allererste Boot der Flotte war die Sinitschka (Синичка), die am 20. Juni 2023 während eines Festaktes mit Präsident Putin offiziell in Dienst gestellt wurde.

Die Schiffe sind aus Aluminium gefertigt und modular aufgebaut. Das Steuerhaus, die Hauptkabine und andere Strukturelemente jedes Schiffes sind als separate Komponenten konzipiert.  Dadurch können die Fähren für den Transport nach überall in Russland mit der Schiene leicht abgebaut und dann innerhalb von sieben Tagen schnell wieder zusammengebaut werden. Die Schiffe verfügen über eine Eisklasse, weshalb sie mithilfe ihres speziell geformten Rumpfs dünnes Eis brechen und im Gegensatz zu klassischen Fähren das ganze Jahr über verkehren

Die Elektrofähren sind 21,0 Meter lang, 6,2 Meter breit und haben einen Tiefgang von 1,4 Metern. Die Verdrängung ist mit 40 Tonnen angegeben. Die Fähren sind für maximal 80 Passagiere zugelassen, denen 42 Sitzplätze, teilweise mit Tischen, USB-Ladeanschlüsse und Wasserspender zur Verfügung stehen. Die Schiffe sind mit Toiletten ausgestattet und können auch Fahrräder und Roller befördern. Die Besatzung besteht aus 2 Personen. Die Motorisierung besteht aus zwei Elektromotoren mit jeweils 134 kW Leistung, die von Lithium-Eisenphosphat-Batterien mit einer Kapazität von 500 kWh gespeist werden und eine Höchstgeschwindigkeit von 11,8 Knoten ermöglichen. Die Batterien haben eine erwartetet Lebensdauer von 10 – 12 Jahren.  Bei einer Dienstgeschwindigkeit von 10 Knoten haben die Elektrofähren eine Reichweite von 150 Kilometern.

 

Die Elektrofähre “Kotlovka” – Foto: Юрий Д.К., CC BY 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/4.0>, via Wikimedia Commons

 

 

Die Elektrofähren des  „Moskva 1.0“-Projekts”:

 

 

Der Neubau “Lubjanka” – Foto: Retired electrician, CC0, via Wikimedia Commons

 

 

Seit 2026 setzt die Stadt Moskau auf eine neue, weiterentwickelte Generation von E-Schiffen ein. Diese werden direkt auf der modernisierten Moskauer Schiffswerft in Nagatinsky Zaton gebaut und unterscheiden sich optisch nur geringfügig von ihren Vorgängern. Sie sind mit 21,8 Metern geringfügig länger, im Innenraum platzoptimiert mit 56 Sitzplätzen und verfügen über energieeffizientere Motoren und Batterien mit höherer Kapazität. Während die Schiffe der ersten Generation nach Flüssen aus der Region Moskau benannt wurden, werden die seit 2026 in Dienst gestellten Neubauten nach historischen Moskauer Stadtvierteln, Straßen und historischen Siedlungen (Sloboden) benannt. Dazu gehören die neueren Boote mit Namen wie Taganka, Poljanka, Jakimanka, Marosejka, Ostoschenka, Sretenka, Wosdwischenka und Lubjanka.

 

Die typischen, futuristischen Anleger – hier am Nagatinsky Zaton ferry terminal – Foto: Retired electrician, CC0, via Wikimedia Commons

 

 

 

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