Autofähre
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USA – Louisiana: Cameron Ferry über den Intracoastal Waterway Verified - Hosted By Administrator
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Die Cameron Fähre in Louisiana
Die Cameron-Fähre (offiziell Cameron – Holly Beach Ferry)überquert den rund 300 Meter breiten Calcasieu Ship Channel in Cameron Parish, Louisiana und verbindet das Festland mit der Region Holly Beach. Betrieben vom Louisiana Department of Transportation and Development (LADOTD), erspart sie Reisenden einen über zweistündigen Umweg über die Interstate 10. Die Überfahrt ist eine beliebte Touristenattraktion, da Passagiere auf dem kurzen Weg sehr häufig Delfine beobachten können.
Das Fährschiff “Acadia”:

Die “Acadia” am West-Anleger der Camon-Ferry – Foto: Quintin Soloviev, CC0, via Wikimedia Commons
Bei dem in Baton Rouge beheimatetem Fährschiff “Acadia” (MMSI 367138730, Rufzeichen WDD3971 –
, USCG No. 624880) handelt es sich um eine staatliche Autofähre des Typs Relief Ferry (Ersatz- und Entlastungsfähre) im Besitz des Louisiana Department of Transportation and Development (LADOTD). Sie ist als “Springer” konzipiert, um an verschiedenen Fluss- und Kanalübergängen in Louisiana (wie dem Mississippi oder dem Calcasieu Pass) einzuspringen. Die Fähre wurde 1980 unter der Baunummer 1723 auf der Werft Equitable Shipyards Inc. (Werk New Orleans, Louisiana, USA) gebaut. Sie ist 50,3 Meter lang, 19,8 Meter breit und hat einen maximalen Tiefgang von 1,80 Meter. Der flache Rumpf sorgt dafür, dass die Fähre auch bei niedrigen Wasserständen in den Meeresarmen (Bayous) und Flüssen nicht aufsetzt. Das Schiff ist mit 624 BRZ/143 NRZ vermessen und hat eine Transportkapazität von 35 PKW. Obwohl das Schiff eine Gesamtlänge von rund 50 Metern hat, gilt für die geladenen Fahrzeuge aufgrund der Rampengeometrie und der Gewichtsverteilung eine strikte Längenbegrenzung von 50 Fuß (15,24 Metern) pro Fahrzeugkombination. Sattelzüge können daher nicht befördert werden.
Ab Werft wurde das Schiff 1980 standardmäßig mit zwei Caterpillar D3408 oder Detroit Diesel 8V-71 Motoren ausgeliefert. Im Jahr 2003 beschloss das Louisiana Department of Transportation (LaDOTD), die Fähre aufgrund ihres intensiven 16-Stunden-Tagesbetriebs komplett zu modernisieren. Die alten Maschinen wurden von der Werft Leevac Industries gegen zwei moderne Dieselmotoren des Typs Guascor SF 180 TA (Spanischer Hersteller, heute Teil von Dresser-Rand/Siemens Energy) mit einer Leistung von jeweils 490 PS (Gesamtleistung ca. 720 kW) ausgetauscht, die auf zwei Festpropeller wirken. Die Dienstgeschwindigkeit beträgt 8 Knoten.
Die Vorgängerfähre “Cameron No. II”:

Das Fährschiff “Cameron No. II” (MMSI 367140970, Rufzeichen WDD4160 –
) wurde 1964 unter der Baunummer 157 auf der Werft G.B. Zigler (heute Leevac Shipyards) in Jennings, Louisiana, gebaut. Sie ist 65 Meter lang, 18 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,60 Meter. Die Transportkapazität beträgt 50 PKW. Da die “Cameron No. II” sehr anfällig für technische Defekte war, läuft ein umfassendes Modernisierungsprojekt der FHWA im Wert von fast 50 bis 57 Millionen Dollar. Es werden zwei komplett neue, größere Fährschiffe gebaut, die auch große Lastwagen uneingeschränkt transportieren können, um die Wirtschaft und die Evakuierungssicherheit bei Hurrikanen in der Region zu stärken. Im November 2024 wurde die M/V Cameron II” für eine vorgeschriebene, umfangreiche Werftzeit (Trockendock) dauerhaft aus dem regulären Dienst genommen. Da sich der Zustand des alten Schiffes als sehr reparaturbedürftig erwies, bleibt es bis auf Weiteres im Dock. Ende 2026 soll der erste Neubau in Dienst gestellt werden 2027 der zweite Neubau. Diese neuen Schiffe bieten Platz für bis zu 32 Autos und 6 große Lkw parallel. Bis zu deren Inbetriebnahme bleibt die M/V “Acadia” die einzige Verbindung über den Kanal.
Foto: Patrick Feller via flickr, CC BY 2.0 Attribution 2.0 Generic

Foto: Patrick Feller via flickr, CC BY 2.0 Attribution 2.0 Generic
Die beiden Neubauten:
Die beiden Neubauten für die Cameron-Fährverbindung sind Teil eines 49,7 Millionen US-Dollar schweren Infrastrukturprojekts des Louisiana Department of Transportation and Development (LADOTD). Die intern als Hull 165 (Boot 1) und Hull 166 (Boot 2) geführten Projekte befinden sich in der finalen Ausrüstungs- und Testphase. Der offizielle Baubeginn war im Frühjahr/Sommer 2023. Das Boot 1 (Hull 165) soll im Laufe des Jahres 2026 den Betrieb aufnehmen, das Boot 2 (Hull 166) folgt planmäßig Anfang 2027. Sie wurden in Auftrag gegeben, da die historische “Cameron II” (Baujahr 1964) extrem anfällig für technische Defekte war und regelmäßige, stundenlange Pendler-Umwege über Lake Charles verursachte. Die Schiffe werden von Thoma-Sea Marine Constructors gebaut, einer renommierten Werft mit Hauptsitz in Houma und Produktionsstätten in Lockport, Louisiana. Die Schiffe sind exakt baugleich konstruiert (Schwesterschiffe) und deutlich größer als die bisherigen Generationen. Die Länge beträgt 190 Fuß (ca. 58 Meter), die Breite 50 Fuß (ca. 15,24 Meter), der Tiefgang 13 Fuß (ca. 4 Meter). Jedes Schiff bietet Platz für rund 35 Pkw und bis zu 6 große Lastwagen / Sattelschlepper (Semi-Trucks) gleichzeitig. Im Gegensatz zur aktuell als Ersatz dienenden M/V “Acadia” entfällt bei den Neubauten das 50-Fuß-Limit. Schwere Nutzfahrzeuge aus der lokalen Öl-, Gas- und Fischereiindustrie können den Kanal wieder barrierefrei überqueren. Ein Hauptgrund für den Bau von zwei Schiffen ist die Katastrophenvorsorge. Bei drohenden Hurrikanen im Golf von Mexiko sichern zwei parallele Großfähren eine schnelle Evakuierung der Küstenbevölkerung.



